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Interview mit VIO pura vida

  • violettabrack
  • 21. Juli
  • 7 Min. Lesezeit

Ein Gespräch mit einer Frau, die lebt, fühlt, schreibt – und einfach sie selbst ist.


Ich lag mal wieder im Bett zwischen meinen beiden Kindern. Meiner müden Tochter und meinem todmüden Sohn, die aber irgendwie zu hyperaktiv-zappeligen kleinen Monstern mutieren, wenn ihr Körper eigentlich schlafen möchte. Und GOTT SEI DANK war ich heute mit einer Gelassenheit und inneren Ruhe gesegnet, wie ich sie schon seit Wochen nicht mehr hatte! Diese beiden Superkräfte gaben mir wohl den Raum, dass ich die Idee hatte, mit Chat GPT, einem Freund und Helfer von mir, ein Interview mit meinem künftigen Ich zu führen. Ich wollte wissen, wer ich in Zukunft bin – also habe ich mich selbst interviewt.


Jetzt, wo ich mich dazu entschieden habe, eine Ausbildung zum Breathwork Facilitator zu machen und meinen Bürojob aufgab.

Jetzt, wo ich unter "Beruf" auf den Formularen jeweils "Mutter und Hausfrau" schreibe.

Jetzt, wo ich grad keine Finanzen mehr in die Familie miteinbringe.

Jetzt, wo ich wirklich täglich in meine Vision eintauche... ...wollte ich einfach noch etwas mehr eintauchen und "so tun als ob" ich interviewt werde.


Geil, oder? So bin ich natürlich auf direktem Weg mit meinem Handy ins Büro verschwunden und hab in mein Telefon geredet. Und hier könnt ihr mein Interview lesen. Viel Spass!



Du wirst mittlerweile in der Schweiz und im gesamten deutschsprachigen Raum als inspirierende Stimme wahrgenommen – sei es durch Social Media, deinen Blog, dein Buch, deine Arbeit als Schauspielerin und nicht zuletzt durch deinen Unterricht.


Wenn dir heute jemand begegnet, der dich nicht kennt, und er oder sie fragt dich: “Und was machst du so?” – was antwortest du dann?


Das ist eine gute Frage. Ich denke, ich antworte dann mit: Ich mach was mir Spass macht! Ich lebe einfach mein Leben und erzähle davon. Dann unterrichte ich noch Yoga und Breathwork und stehe manchmal noch als Schauspielerin oder Moderatorin vor der Kamera oder hinter der Kamera als Synchronsprecherin. Ja, ich denke, das trifft das ganz gut. *lacht*



„Ich lebe einfach mein Leben und erzähle davon.“ – das klingt gleichzeitig sehr einfach und sehr kraftvoll. Und wahrscheinlich auch ziemlich ehrlich.

Was glaubst du: Warum berührt es so viele Menschen, wenn du einfach nur von deinem Leben erzählst?


Glaube mir, das habe ich mich auch all die Jahre immer wieder gefragt. Und als ich vor ein paar Jahren damit angefangen habe, einfach meinen Blog zu starten und mal draufloszuschreiben – von meinem Leben zu erzählen, von meinen gemachten Erfahrungen, meine Gefühle zu teilen, mitzuteilen, ohne irgendeine große Absicht – hat es mich irgendwie den Ärmel reingezogen.

Ich glaube, ich berühre so viele Menschen, weil ich eben genau einfach mich mitteile und erzähle – und zwar sehr, sehr authentisch. Alles, was ich schreibe, meine ich zu 100 Prozent so. Es gibt bei mir keine Tabus oder Sachen, über die ich nicht reden möchte oder nicht kann. Ich erzähle einfach, was mich berührt und beschäftigt. Ich glaube, in der Authentizität liegt die große Berührung.



„Ich mach, was mir Spaß macht“ – das ist ja fast schon ein Lebenskonzept. Und bei dir wirkt es tatsächlich wie gelebte Leichtigkeit, aber auch mit Tiefe und Struktur.


Hast du dir diesen Mix aus verschiedenen Ausdrucksformen bewusst aufgebaut – oder ist das alles organisch gewachsen, weil du einfach immer wieder dem gefolgt bist, was sich gut angefühlt hat?


Definitiv das zweite! Ich wollte einfach endlich MACHEN, was mir SPASS macht und dem bin ich gefolgt! Ich wusste schon, dass ich dann irgendwann irgendwie mein "eigenes" darauf mache, indem ich einfach kombiniere, was mir Spass macht. Aber wie genau wusste ich nicht. Also ich hatte keinen Businessplan!



Du sprichst davon, dass du einfach angefangen hast, ohne große Absicht. Das klingt so mühelos – aber für viele ist genau dieser erste Schritt unglaublich schwer.

Was hat dir damals den Mut gegeben, dich so offen zu zeigen? Gab es einen inneren Moment, wo du gesagt hast: „Ich mache das jetzt einfach – egal, was kommt“?


Nein, irgendwie gab es den Moment nicht. Und gleichzeitig gab es ihn natürlich.

Ich habe mir schon seit 20 Jahren – ich glaube es kaum – vorgenommen, einen Blog zu starten, ein Buch zu schreiben. Ich war damals 18 Jahre alt. Und irgendwie war ich noch viel zu sehr im Kopf. Ich habe mir sehr oft vorgestellt: Wenn ich das und das schreibe – was denken die anderen dann? Was denkt der oder die? Vielleicht liest er oder sie es, wenn ich über sie schreibe. Klar, ich habe ja keine Namen erwähnt. Und doch erkennt sich der eine oder die andere vielleicht wieder in meinen Geschichten, in meinen Erzählungen, die ich da ganz öffentlich mache.

Es war einfach ein Moment, wo ich eher unglücklich war mit meinem Leben. Ich fühlte mich gar nicht im Gleichgewicht. Und ich weiß noch genau: Ich war zu Hause, hatte meine Kinder ins Bett gebracht und meinen Sohn gestillt – der war damals noch nicht mal ein halbes Jahr alt. Und ich habe mir einfach gedacht: Ich veröffentliche jetzt einfach mal diese ersten Seiten von meinem Buch, die ich da vor 20 Jahren geschrieben habe.

Und dann habe ich das einfach gemacht. Und habe dann auch gar nicht in regelmäßigen Abständen gebloggt, sondern einfach immer mal wieder. Irgendwie hat sich dann das Nächste ergeben – dass ich meine Stelle nicht wieder angetreten habe, sondern mich dafür entschieden habe, eine Ausbildung zur Atemtechnikerin, oder Breathwork Facilitator, wie man so sagt, zu machen. Und irgendwie kam dann alles so ins Rollen.



Du hast dein erstes Schreiben als 18-Jährige erwähnt – das ist ein weiter Bogen, den du da gespannt hast. Und trotzdem hat sich irgendwann etwas geöffnet.

Du hast auch gesagt, dass du damals unglücklich warst, nicht im Gleichgewicht.

Würdest du sagen, dein Schreiben – und später auch dein Unterricht, deine Arbeit mit Menschen – war dein Weg, um dich selbst wiederzufinden?


Ja, das Schreiben war definitiv mein Weg – vielleicht nicht, um mich wiederzufinden, sondern einfach, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Ich schreibe ja schon, seit ich 13 Jahre alt bin. Ich hatte damals mein Tagebuch von meinem Gotti – wie sagt man dem auf Hochdeutsch? Von meiner Patentante – bekommen, zu meinem 13. Geburtstag.

Und ich habe damals ganz klassisch Tagebuch geschrieben – anfangs täglich – und einfach meine Erfahrungen, meine Erlebnisse und vor allem auch meine Gefühle niedergeschrieben. Egal, ob ich sehr glücklich war, sehr traurig, wütend… Ich habe meine Träume niedergeschrieben, meine größten Ängste – einfach alles, was mich irgendwie beschäftigt hat.

Und ich bin schon der Meinung, dass dieses Schreiben meine Gefühlswelt irgendwie klarer, deutlicher gemacht hat für mich. Oder vielleicht auch nicht (lacht). Aber ich glaube, es hat mir einfach geholfen zu schreiben – auch wenn es nur für mich oder mein Tagebuch war, und nicht oder noch nicht für die Öffentlichkeit.



Heute teilst du viele deiner Gedanken ganz öffentlich. Gibt es manchmal noch diese Grenze – zwischen dem, was du für dich behältst, und dem, was du mit anderen teilst? Oder ist das alles eins geworden bei dir?


Ich bin schon sehr offen, vor allem was meine Gefühlswelt betrifft. Aber womit ich vorsichtig bin oder zurückhaltend, sind so intime Details, was meine Familie betrifft zum Beispiel. Oder auch Menschen, die ich liebe. Das, finde ich, geht einfach niemanden etwas an.



Wenn du heute, in deinem Alltag, unterrichtest – ob im Yoga, Breathwork oder Schauspiel – was ist es, das du deinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mitgeben willst? Was ist der Kern deiner Arbeit?


Der Kern meiner Arbeit ist: im HIER und JETZT sein!

Das war so, so viele Jahre meines Lebens unmöglich für mich. Ich lebte sehr oft in der Vergangenheit – oder dann eben in der Zukunft.

Und die Zukunft musste gar nicht „in 10 Jahren“ sein, sondern so: „Ach, ich freu mich so auf den Brunch morgen.“ Oder: „Nachher muss ich noch das und das machen, und dann das und das…“

Also präsent und achtsam im JETZT sein ist etwas, was ich gelernt habe zu leben. Ich bin sehr dankbar für das Vergangene und freue mich auf das, was noch kommt – und zwar sehr präsent im Jetzt.

Und der zweite „Kern“, wenn man so will, ist: diese Einfachheit des Seins zu fühlen, zu leben, zu sein. Das pure Leben eben, mit all seinen Höhen und Tiefen anzunehmen und zu leben.

Darum auch mein Künstlername: VIO pura vida ;) *



Gab es auf diesem Weg eigentlich eine Frau oder mehrere Frauen, die dich inspiriert oder ermutigt haben?


Ermutigt hat mich schon immer meine Mutter – und tut es heute noch! Sie war IMMER die Frau, die mich ermutigt hat, meinen ganz eigenen Weg zu gehen, auf meine innere Stimme zu hören, meinen Emotionen Ausdruck zu verleihen…

Und zwar völlig losgelöst von der Meinung anderer, von der Gesellschaft.

Wie im Lied „Hey Ma“ von Silbermond so schön gesagt wird: „Hey Ma, alles, was ich bin, bin ich, weil es dich gibt.“ – sie hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich so bin, wie ich bin.

Und doch bin ich zu 100 Prozent ich selbst – und kein Abbild meiner Mutter, haha!

Inspiriert haben mich schon immer Frauen, die anders waren und sind als die große Masse. Vor allem aus Filmen – zum Beispiel Charlize Theron in „Sweet November“.

Oder auch starke Frauen, die einfach ihrer inneren Stimme gefolgt sind und sich nicht unterkriegen lassen haben!

Hier kommt mir der Schweizer Film „Die göttliche Ordnung“ in den Sinn – was für ein geiler Film!



Wenn du heute an die Frauen denkst, die zu dir kommen – in deine Kurse, in deine Räume, oder auch einfach virtuell über dein Buch, deinen Blog, dein Insta – was glaubst du: Was suchen sie? Und was finden sie bei dir?


*Ich glaube, sie suchen das, was ich auch so lange gesucht habe: sich selbst!

Es ist so krass, wie fremd sich so viele sind, obwohl sie doch tagtäglich – und zwar seit der Geburt, oder nein, seit der Empfängnis (da bin ich vielleicht sehr spirituell veranlagt) – bei sich selbst sind.

Viele verlieren sich, verleugnen ihren innersten Kern, ihre tiefsten Leidenschaften… aus ganz vielen verschiedenen Gründen!

Ich meine, hier könnten wir jetzt auch wieder hundert Stunden diskutieren und sehr „deep“ gehen.

Und manchmal merke ich dann: hey, weniger denken und grübeln – und einfach SEIN!

Vergnüg dich mit dieser Leichtigkeit und mach, was dir Spaß macht. Und nimm’s locker.

Das ist einfach das Leben. Mal hat man Bock, ganz tief zu gehen, zu hinterfragen, in der Melancholie zu ertrinken.

Und dann gibt’s eben auch Momente, wo man überhaupt nicht tief gehen will – und einfach grad das macht, worauf man eben grad Lust hat.

So à la: „Klug war’s nicht – aber geil.“

Das stand auf einer Karte, die ich mir damals in Berlin gekauft hatte. Und ich liebe diesen Spruch noch heute.

Die Menschen, die in meine Kurse und Räume kommen – virtuell oder face to face – finden bei mir eben das pure Leben von VIO ;) *



Letzte Frage an dich – bevor wir hier zu lange in der Berliner Melancholie versacken:

Wenn du in zehn Jahren auf dein heutiges Ich zurückschaust – was, glaubst du, wird dir dann ein Lächeln ins Gesicht zaubern?


Halt dich fest: mein PURES Leben!

 
 
 

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