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Hoffnungsvoll

  • violettabrack
  • 14. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Gerade eben hab ich meine beiden Kinder in den Schlaf gesungen. Naja also eins davon, meine Tochter. Mein Sohn ist wie fast immer an meiner Brust eingenickt. Dann hab ich mein Frühstück für morgen zubereitet und nebenbei auf meinem Handy bisschen auf Instagram gesurft. Yes. Multitasking! Ich lasse die Stories oft einfach mit Ton nebenbei laufen, ohne das Video aktiv zu schauen. Und dann hör ich diesen Song: Hope von Twista feat Faith Evans. Die Melodie katapultiert mich direkt in meine Jugend zurück!

Ich weiss nicht mehr genau, wie alt ich damals war, als ich diesen Song öfters hörte. Ich spüre aber, wie es in mir kribbelt und ich mich augenblicklich leicht und fröhlich fühle.


Mit 20 habe ich einen Mann kennengelernt, der mit mir über Songtexte kommunizierte. Anfangs fand ich das ganz schräg, aber auch irgendwie interessant – einfach, weil es so anders war. Das war dann irgendwie so unser Ding, dass wir nicht direkt sagten, was wir sagen wollten, sondern wir schickten uns Songs. Das war ziemlich mysteriös, und damals verstand ich vieles davon nicht wirklich. Heute finde ich es sehr spannend, die Texte von damals etwas genauer zu studieren. Manchmal entdecke ich dabei das eine oder andere Aha-Erlebnis. Darüber hatte ich schon mal im Beitrag "Die ersten Zeilen meines Buches" geschrieben. Seither höre ich fast ausschliesslich auf den Songtext und kaum noch nur auf die Melodie. Wenn mich eine Melodie von Anfang an packt, berührt oder ein Kribbeln im Bauch verursacht, analysiere ich den Songtext. Ich habe das Gefühl, dass die Texte mir etwas sagen wollen. Es fühlt sich an, als würden sie direkt zu mir sprechen.


Klar, dass ich den Song, den ich im ersten Abschnitt erwähnte, rauf und runter höre, seitdem ich mit dem Schreiben von diesem Beitrag begonnen hab. Der Refrain hat mich fest im Griff:


"I'm hopeful, yes I am, hopeful for today,

Take this music and use it

Let it take you away,

And be hopeful, hopeful and he'll make a way

I know it ain't easy but that's okay.

'Cause we hopeful!"


Diese Worte lösen echt was in mir aus. Seitdem ich Mutter wurde, hat sich mein Leben komplett verändert. Auch ich hab mich verändert. Viele Stimmen sagen: das ist ja klar, dass man sich verändert mit Kindern. Und erst Recht, wenn man Mutter wird! Ja. Irgendwie so logisch und klar. Und doch war ich der Meinung, dass sich mein Leben gar nicht ändert.


Und nein, in diesem Beitrag werde ich nicht wieder über gemachte Erfahrungen, schwierige Phasen und die leicht melancholischen Fragen über das Leben schreiben.


Ich hab vier jüngere Brüder. Und einer davon befürchtet ja, dass die Leute, die diesen Blog und meine Beiträge lesen meinen könnten, ich seit depressiv. Mein Blog vermittle das Bild, dass mein Leben nicht schön und sehr anstrengend sei.


Ich versuchte ihm schon klar zu machen: ähm ja, manchmal fühlt sich mein Leben nicht schön an und ja, manchmal sehr anstrengend. Meine Absicht dahinter, diesen Blog zu schreiben, bestehe nicht daraus, ausschliesslich die Sonnenseiten meines Lebens zu teilen. Sondern über Themen zu schreiben, die mich beschäftigen. Erlebnisse zu teilen, die ich gerne teilen möchte. Und vor allem: einfach meine Finger schreiben lassen, was sie schreiben möchten. So verarbeite ich Gefühle viel besser. Welches Bild sich die Leser dann über mich machen, bestimmt der Leser und die Leserin selbst.


Entonces, hermano, estas líneas son para ti.


Die Songmelodie beginnt wieder von vorn. Ich sitze vor meinem Laptop, schaue zum Himmel und sehe den Vollmond leuchten – als würde er mir eine ordentliche Portion Hoffnung schicken.


Ja, gerade heute fühlte ich mich hoffnungsvoll. Irgendwie. Ohne zu wissen, warum. Es gab kein konkretes Erlebnis, dass mich dazu brachte. Dieser Tag war immer wieder von Momenten geprägt, in denen ich innegehalten habe und mich tatsächlich hoffnungsvoll fühlte:


Hoffnungsvoll, endlich wieder mehr als 3 Stunden am Stück schlafen zu können. Dürfen.

Hoffnungsvoll, die Menschen, die ich liebe, auch physisch um mich zu haben.

Hoffnungsvoll, auch meine Berufung leben zu können – nachdem ich erkannt habe, was meine Berufung ist.

Hoffnungsvoll, genau das Leben zu leben, das ich möchte.

Hoffnungsvoll, in mir Frieden zu spüren und kein Krieg.

Hoffnungsvoll, den Mut zu haben, auszusprechen, was ich zu sagen habe.

Hoffnungsvoll, meine Träume zu leben.

Hoffnungsvoll, die Zeit - diese Illusion der Zeit - als einen Freund zu sehen und nicht als einen Feind.

Hoffnungsvoll, wieder diese Leichtigkeit in mir zu spüren.

Hoffnungsvoll, mich frei zu fühlen.


Und neben dieser riesigen Portion Hoffnung spüre ich, während ich diese Zeilen schreibe, eine tiefe Dankbarkeit für mein perfektes Leben – weil die schönen, lustigen, leichten und liebevollen Momente im großen Ganzen überwiegen.

 
 
 

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